Aufgewacht, das Fri-Son braucht Unterstützung!

Mit dem Wake-Up Call demonstriert das Fri-Son gegen eine geplante Wohnüberbauung gegenüber und gegen die darauffolgende Bürozeitkultur. Denn diese würde dem Fri-Son den Todesstoss versetzen. Um die Absurdität von regulären Ladenöffnungszeiten eines Lokals wie dem Fri-Son aufzuzeigen, galten letzten Samstag die Öffnungszeiten von 8 bis 17 Uhr.

Text: Simone Frey, Fotos: Catherine Waibel

Bereits letztes Jahr wurde das Unterstützungskomitee „Fri-Son im Zentrum“ ins Leben gerufen (Spectrum berichtete: http://blog.unifr.ch/spectrum/2015/02/fribourg-ohne-fri-son/). Der Wake-Up Call ist eine weitere Aktion, die zeigen soll, dass die Zukunft des Fri-Son nach wie vor nicht sicher ist.

Um 8 Uhr morgens öffnete das Kulturlokal seine Pforten. Gelockt wurden die Gäste mit Bands wie Monoski (Freiburg), Patrick Bishop (Bern) oder Anna Aaron (Basel) und vielen weiteren Interpreten. Mit dem Verzicht auf Gage unterstrichen die Musiker so die Wichtigkeit des Clubs im Freiburger Kulturleben. Florian Eitel, Vorstandsmitglied des Fri-Son, hatte Gänsehaut als das Lokal sich schon in der ersten Stunde füllte: „Heute war definitiv der Höhepunkt meiner Karriere bei Fri-Son.“ Über den Tag verteilt kamen rund 2000 Leute um den Club zu unterstützten. Mit Unterschriften zeigten sie, dass das Fri-Son weiterhin die Innenstadt von Freiburg beleben soll. Die Gefahr, dass das Lokal bei einer Überbauung schliessen muss, ist real. „Der Bau bedeutet den angekündigten Tod von Fri-Son“, meint Florian. Denn käme es zu Lärmklagen, hätte der Club, trotz seines dreissig jährigen Bestehens, keine Chancen vor Gericht. Die Behörden von Freiburg hätten die Lage bis anhin unterschätzt, erklärt Florian weiter: „Mit 50’000 Besuchern im Jahr sind wir ein Aushängeschild von Freiburg.“

Auch für uns Studierenden ist das Fri-Son nicht aus Freiburg wegzudenken. Fast erstaunt hat es, dass das Publikum beim Wake-Up Call nicht vorwiegend Mitte zwanzig war, sondern bunt durchmischt. Die Generation, die schon in den 80er Jahren im Fri-Son gefeiert hatten, brachten ihren Nachwuchs mit. Kinder rannten durch das Publikum und tanzten vermutlich zum ersten Mal zu einem DJ. Wir von Spectrum hoffen, dass diese Kinder das Fri-Son auch dann noch besuchen, wenn sie über die Bartheke schauen können.